INDIA (Part 2)

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Travel dates: January – February 2014

INCREDIBLE INDIA – Aber Hallo!

Namaste!
So, da bin ich wieder. In Indien ist alles gut verlaufen. Sehr sogar. Diesmal war ich nicht so geschockt wie bei meinem ersten Aufenthalt im Oktober 2013 . Jede noch so verrückte und brisante Tuk-Tuk Fahrt hat mich diesmal nicht beängstigt .

VERRÜCKTE EREIGNISSE der letzten Woche:

1) Flug von Moskau nach Delhi:
Der Pilot kreist bereits mehrere male um Delhi herum und wartet wegen des starken Nebels auf Landeerlaubnis, die er am Ende nicht bekommt. Daraufhin landen wir 2h später im südwestlich gelegenen Mumbai. Da der Pilot nun eine Pause braucht, checken ebenfalls alle Passagiere unseres Fluges ins 5* Kempinski Hotel in  ein, bevor es 10h später wieder mit der gleichen Maschine zurück nach Delhi geht, wo ich nach 2 ½ Tagen reisen von Athen (24h davon in der Transit-Zone in Moskau) endlich ankomme. Hätte nicht erwartet, dass ich so schnell wieder im 5 Sterne Hotel übernachte und luxuriös speise..

2) Klettertraining in Delhi:
in der 10 Mio. Hauptstadt gibt es EINE Kletteranlage. Genau die habe ich aufgesucht und wollte nach ein paar Tagen Abstinenz mal wieder die Wände hochgehen. Dort angekommen haben mich zwei nette Typen angesprochen und gefragt ob sie mich sichern sollen. Sie haben mir ihr Projekt empfohlen, eine 7+, welche ich zum warmklettern gut hochgekommen bin. Und ansonsten gab es nur noch eine andere Route im 15m überhängenden Vorstiegsbereicht, eine 9/9+. Also rein da. also ich auf halber Höhe bin, nehme ich auf einmal die Geräusche am Boden war. Es haben sich 20 Leute versammelt und gucken mir erstaunt zu. Als ich wenige Minuten später den Schlußgriff der Route erreiche erstaunen und applaudieren etwa 40 Leute am Boden. Boah! was für eine Atmosphäre! Sie meinten, die Route wurde mal von 2 starken Chinesen geschraubt, fast kaum probiert und bisher noch nicht geklettert.

3) Indien’s oberste Klasse:
beim Trubel an der Kletterwand komme ich mit Vrinda ins Gespräch. Sie ist hochmotiviert schwer zu klettern und zusammen trainierten wir bis die Anlage die letzten Lichter ausschaltet. Sie bietet mir an am nächsten Tag mit ihr bouldern zu gehen. “Woin gehen wir?” frage ich, denn das ist die einzige Anlage der ganzen Stadt. Sie sagt wir treffen uns an der und der Metrostation und fahren zu ihrem Onkel nach Hause, dort hat er für sie und ihren Cousin eine Boulderwand gebaut. Wow! denke ich und erwarte eine kleine schräge wie bei mir im Zimmer, was auch schon sehr cool ist.
Am Folgetag komme ich am Treffpunkt an, wo mich eine Freundin von Vrinda, sie selbst und ihr Chauffeur erwarten. 20min später fahren wir in eine private Wohngemeinschaft mit einer Grünanlage wie im Botanischen Garten, was in Delhi für mich unvorstellbar war da die Stadt sehr schmutzig ist. Überall liegt Müll und es stinkt dank der offenen Toiletten & Abwassersysteme. Wenige Minuten fahren wir durch das Golfparkähnliche Gelände bis wir an einem großen Tor vom Wächter anhalten und schließlich hereingelassen werden. Es ist das Grundstück des Onkels. Vorbei am Bentley und Rolls Royce kommen wir an der millionen-schweren Villa an. Vorbei am riesigen Pool geht es ins private Fitnessstudio mit Top!- Boulderwand.
Wahnsinn. ich weiß nicht ob ich mich freuen oder traurig sein soll. Denn vor dem Wohnbereich verhungern oder verrecken Menschen aus Mangel an Verpflegung und Versorgung in jeglicher Hinsicht. Viele von ihnen arbeiten ununterbrochen auf den Straßen, die durch die Dauerhupe aller Fahrzeuge nicht nur extrem laut sondern auch extrem verschmutzte Luft bieten. Die meisten LKW’s und Busse sind Modelle aus den 70er, 80er und 90 Jahren, die schwarze Rußwolken heraus pusten.
Vrinda gehört zu den reichsten Familien des Landes welches 1,2 Milliarden Einwohner zählt! Sie sagt mir, dass ihr Onkel im Ausland studiert und dort sein Vermögen erwirtschaftet hat. Es ist sehr merkwürdig, denn bspw. Schweizer Millionäre prangert kaum jemand obwohl von ihnen riesige Rohstoff-Geschäfte in ganz Afrika ohne lokalen Profit ferngesteuert werden. Die Arbeiter in den Mienen bekommen den örtlichen Mindestlohn und leiden an den giftigen Gasen und ungesunden Arbeitsbedingungen während genau dieser Schweizer Unternehmer zu Hause glücklich seinen Porsche volltankt. Diese Entfernung zwischen dem täglichen Kampf der Existenz und diesem Beispiel des absoluten Überflusses ist in Delhi jedoch sehr gering und nicht so leicht zu vergessen.
Vrinda selbst ist eine wunderbare Person und fühlt sich in ihrer Rolle unfair anderen gegenüber. Sie fährt lieber mit dem Tuk Tuk oder den  öffentlichen Verkehrsmitteln und isst auf dem Markt um mit den anderen Indern auf ‘Augenhöhe’ zu sein und nicht isoliert zu Hause bekocht zu werden.

4)
Ich bin nach Indien zurückgeflogen um zwei Freunde wieder zu treffen. Sebastian aus Chile und Vincent aus Quebec. Wir haben uns in den Klettergebieten in Thailand & Laos kennengelernt um nun im größten Bouldergebiet der Welt im Süden Indien’s zu klettern.
Zusammen mit einem anderen Deutschen wollten wir die 32h Zug-fahrt in den Süden Indiens antreten und hatten schon die Tickets gekauft. Dann jedoch haben mich Vrinda und andere Kletterer dazu überredet für ein paar Tage nach Mumbai zu kommen, da die kosmopolitische Stadt auf halber Strecke liegt und an genau diesem Wochenende die offenen Indischen Bouldermeisterschaften stattfinden. Warum nicht!
36 Herren aus ganz Indien, als auch Starter aus Singapur, Iran & anderen Ländern, die extra für den Wettkampf eingeflogen sind, waren in der Qualifikation dabei. Als 8. habe ich mich fürs Halbfinale am Folgetag qualifiziert. Darin als 4. für’s Finale und schlußendlich konnte ich mit dem bis dahin stärksten Inder den 2. Rang erreichen, der allerdings mehr Punkte im Halbfinale hatte und ich letztendlich als 3. Platz auf dem Podium stand! Irre!
So ging es anschließend mit einem neuen Rucksack und 6000 Rupien Preisgeld mehr im Reiseportemonaie nach ‘Hampi’, dem größten Bouldergebiet der Welt.

5)
Hampi: 32° Tagestemp., umgeben von Reisfeldern, Yoga-Klassen unter Palmen, frisches lokales Essen und Backpacker Bambus -& Lehmhütten mit Hängematten für Reisende und Kletterer aus aller Welt. In der Landschaft schwirren tagsüber Kühe/Büffel, Hunde, Elefanten, Streifenhörnchen, Krokodile, Wiesel und Rebhühner herum. Entlang der Reisfelder verstecken sich Königs-Kobra & Python Schlangen. Nachts fliegen Fledermäuse wild umher und zwischen den Blöcken soll es Bären und Leoparden geben.
Die tausenden orange.-braunen Granit-Boulderbläcke sind Überreste der Erdkruste, die vor 3,6 Milliarden Jahren in Form von Lava ausgetreten sind. Wir klettern also an Blöcken, die HALB so alt sind wie die Erde selbst!!!

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